Asien und Lateinamerika
Ihre Finanzierungstätigkeit in Asien und in Lateinamerika nahm die Bank 1993 auf der Grundlage der ihr von der Europäischen Union (EU) erteilten Mandate auf. Gemäß dem derzeitigen Mandat (ALA IV), das den Zeitraum 2007-2013 abdeckt, kann die Bank in diesen Regionen max. 3,9 Mrd EUR für Finanzierungsoperationen zur Unterstützung der Kooperationsstrategien der EU und ergänzend zu den anderen Entwicklungs- und Kooperationsprogrammen und -instrumenten der EU bereitstellen.
Die Obergrenze von 3,9 Mrd EUR für diese Region gliedert sich in eine indikative Teilobergrenze von 2,9 Mrd EUR für Lateinamerika und eine indikative Teilobergrenze von 1,0 Mrd EUR für Asien. Es gibt keine spezifischen Mittelzuweisungen für die einzelnen Länder.
Für Finanzierungen der EIB im Rahmen des ALA-IV-Mandats kommen gegenwärtig folgende Länder in Betracht:
Asien
- Bangladesch, Brunei, China, Indien, Indonesien, Irak, Jemen, Kambodscha, Laos, Malaysia, Malediven, Mongolei, Nepal, Pakistan, Philippinen, Singapur, Südkorea, Sri Lanka, Thailand, Vietnam.
Lateinamerika
- Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Uruguay, Venezuela.
Vorrangige Vorhaben
Die EIB unterstützt in diesen Ländern in erster Linie Vorhaben mit folgenden Schwerpunkten: 1) Bekämpfung des Klimawandels und Anpassung an seine Auswirkungen (z. B. erneuerbare Energien, Energieeffizienz, städtischer Verkehr und andere Vorhaben, die zur Senkung der CO2-Emissionen beitragen), 2) Entwicklung der sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur einschließlich Wasser- und Abwasserprojekte und 3) Entwicklung des inländischen Privatsektors, vor allem Unterstützung von KMU. Damit Projekte für einen Finanzierungsbeitrag der EIB in Betracht kommen, müssen sie außerdem einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Empfängerlandes leisten.
Vorhaben, deren Gesamtkosten 25 Mio EUR überschreiten, können entweder direkt - durch Vergabe von Finanzierungen an Projektträger - oder indirekt - durch Bereitstellung der Mittel über die jeweilige Regierung oder ein zwischengeschaltetes Institut - finanziert werden. Projektträger müssen der für die Operationen zuständigen Direktion der Bank lediglich eine detaillierte Beschreibung ihres Investitionsvorhabens zusammen mit den Finanzierungsplänen vorlegen. Die Gesamtkosten eines typischen Vorhabens im Rahmen des ALA-IV-Mandats belaufen sich auf mehr als 40 Mio EUR.
Bei kleineren Vorhaben kann die EIB ihre Mittel im Rahmen von Kreditlinien bereitstellen. Die Empfänger sind in diesem Fall ausgewählte Finanzinstitute, die die Mittel hauptsächlich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) weiterleiten. Die Finanzinstitute prüfen jedes Einzelvorhaben, tragen das Kreditrisiko und legen die Darlehenskonditionen für den Endbegünstigten anhand von Kriterien fest, die mit der EIB vereinbart wurden. Interessierte Träger solcher Projekte sollten sich direkt mit den betreffenden Banken und zwischengeschalteten Instituten in Verbindung setzen.













